Ökologische Mottenbekämpfung

Was bringt die Schlupfwespe?

Motten bekämpfen ohne Chemie – Schlupfwespen machen es möglich

Weisen Wollsachen im Schrank oder Karton plötzlich Löcher auf, haben sich unter Umständen Kleidermotten eingenistet.
Sind in Nahrungsmitteln wie Reis und Mehl hauchdünne Fäden zu erkennen, dann können Lebensmittelmotten die Ursache sein. Doch was nun?

Ein einfacher, unkomplizierter und ökologischer Weg sollen Schlumpfwespen darstellen: Sie sind die natürlichen Feinde der Motten. Doch ist ihr Einsatz so effektiv wie ihr Ruf es uns weis machen will? Eine kurze Erklärung.

Schlupfwespen stören den Menschen nicht

Gleich zu Anfang: Schlupfwespen sind so klein, dass sie den Menschen nicht stören, da wir sie gar nicht wahrnehmen. Sie stechen und summen nicht herum. Sie tauschen also keinesfalls lästiges Insekt durch ein anderes ein. Klingt soweit super. Und weiter?

Wie funktioniert die Mottenbekämpfung mit Schlupfwesen?

Sie sind Parasiten, die mit ihrem Legestachel ihre eigenen Eier in die Motteneier oder die Larven ablegen. Die Larven der Schlupfwespen ernähren sich von innen heraus von ihrem Wirt und töten ihn dadurch. Ist aus der Larve eine Schlupfwespe herangewachsen, sucht diese neue Motteneier, um in ihnen nun ihre Eier abzulegen. Letztlich werden so alle Motteneier vernichtet.

Größenvergleich Schlupfwespe und Ameise

Interessantes

Schlupfwespen sind wirklich winzig. Ameisen wirken dabei fast wie Riesen.

Und wo bleiben die Schlupfwespen?

Das ist kein Problem. Schlupfwespen leben nur wenige Tage. Lebende Schlupfwespen verlassen die Wohnung, wenn sie keine Nahrung mehr finden, wenn also keine Motteneier mehr da sind. Und damit war die ökologische Mottenbekämpfung erfolgreich.

Motten mit ihren natürlichen Feinden zu bekämpfen, gibt das gute Gefühl, die Umwelt geschont und keine Nebenwirkung riskiert zu haben. Das klingt alles wunderbar doch zum Schluss kommt leider wie so oft das große ABER:

In der Theorie sieht dieser Kreislauf der Schlupfwespe wunderbar einfach, ökologisch und kostengünstig aus. Wieso setzen Kammerjäger sie also nicht dauerhaft ein?
Die Antwort liegt wie immer in der Biologie der Tiere. Schlupfwespen suchen zwar ihren Wirt, ist dieser aber tief in mehreren Stofflagen versteckt, klettert sie nicht hinterher und sterben, ohne ihren „Job“ verrichtet zu haben. Die Motten breiten sich weiter ungehindert aus. Bei einem kleinen, oberflächlichen Befall mag ihr Einsatz oder vielmehr ihre Einsätze (denn meist muss man es mehrfach wiederholen) erfolgreich sein. Doch bei einem großen Befall helfen sie leider nicht.