Marder vertreiben mit Hausmitteln - Mythen aus dem Internet
Geräusche auf dem Dachboden - wir haben berichtet - sind nicht selten von Mardern verursacht. Aus unserer Reihe „Mythen aus dem Netz“ haben wir auch wieder zahlreiche Tipps und Tricks im Internet gefunden, um Marder zu vergrämen. Doch was bringen sie wirklich, diese Haushaltstipps, die teilweise schon ein wenig skurril anmuten.
Exklusivität? Nein Danke
Eines schon einmal vorweg: Hat sich ein Marder bei ihnen einquartiert, so ist das meist keine exklusive Behausung. Ein Marder hat für gewöhnlich mehrere Quartiere zwischen denen er frei wählt, wenn er sich zurückziehen, in Ruhe essen oder schlafen möchte. Dadurch entsteht der Eindruck, dass eine kurzfristig durchgeführte Maßnahme Erfolg gebracht hat, weil der Marder vielleicht für ein paar Tage nicht in dieses sondern ein anderes Quartier zurückkehrt.

Wissenswertes
Klingen die Geräusche vom Dach, als würde eine kleine Bande Fußballspieler hin- und herwetzen, dann hat sich eine Mardermutter ihren Dachboden als Kinderstube für ihren Nachwuchs ausgesucht.
Mythos 1 - Marder vertreiben mit Gerüchen
Urin, Tierhaare, parfümgetränkte Tücher, Duftsteine oder auch WC-Steine sind gern zitierte Hausmittel, um dem Marder das Quartier madig zu machen. Das ist jedoch nichts als ein Mythos. Gerüche haben nur eine kurzfristige Wirkung und vor allem müsste der gesamte Raum damit besprüht werden. Alle nachfolgenden „Tipps“ sind dabei völlig wirkungslos:
- Tierhaare: Sobald der Marder bemerkt, dass er nicht mit einem anderen Tier um den Schlafraum konkurrieren muss, wird er sich davon nicht abschrecken lassen.
- Duftsteine oder WC-Steine: Auch hierbei handelt es sich um einen Mythos. Marder gewöhnen sich sehr schnell an Gerüche, es stört sie einfach nicht.
- Parfum getränkte Tücher: Schade um das teuere Parfum, denn auch hier handelt es sich um nichts anderes als einen Mythos.
- Essig: Wie schon bei den Ratten als Mythos entlarvt, sind auch essiggetränkte Tücher für den Marder kein Mittel zur Vergrämung.
- Urin: Einer der wohl skurrilsten Tipps, die Dachboden mit Urin zu beträufeln, ob nun von Tier oder Mensch. Eins ist gewiss, hygienisch höchst fragwürdig, absolut nicht alltagstauglich und von der unangenehmen Geruchsbildung mal ganz abgesehen, ist dies etwas, was schleunigst in das Reich des Vergessens eingehen sollte.
Mythos 2 - Marder vertreiben mit Geräuschen und Licht
Marder jagen tagsüber und schlafen nachts. Licht stört sie dabei wenig, vor allem, da sich immer eine unbeleuchtete Ecke finden wird. Ebenso laute Geräusche wie ein Radio, Wecker oder Hundebellen stellen für ihn kein Hindernis dar. Diese Tipps stören höchsten die eigene heimische Ruhe oder treiben die Stromrechnung nach oben.
Auch hier muss im Hinterkopf behalten werden, dass der Marder nicht nur ein Quartier besitzt, sondern aus verschiedenen Quartieren seinen Schlafplatz auswählt. So kann es durchaus sein, dass er für Tage verschwindet, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf dem Dachboden aufzutauchen.
Mythos 3 - Gadgets aus dem Internet
Der Markt ist groß und immer neue Gadgets tauchen auf, die viel versprechen und wenig halten. Ob Klanginstallationen, Ultraschall oder Elektrogeräte - sie alle haben eins gemeinsam: Kunden bezahlen teils nicht wenig Geld, wobei ein Nutzen ausbleibt.
- Marderzäune oder auch Fallen könnten hilfreich sein, allerdings müssen alle Zugänge und Lücken gefunden und blockiert werden.
- Abwehrsprays - Marderrepellent - bringen nur kurzfristig etwas, sie müssen regelmäßig erneuert werden
- LED-Marderschreck: Ein Gerät, welches pulsierendes Licht meist in Kombination mit Ultraschall aussendet, ist ebenfalls nutzlos, da es den Marder einfach nicht stört und auch nicht flächendeckend eingesetzt werden kann.
Fazit
Internettipps zur Vertreibung von Mardern sind zahlreich und dabei gehören sie fast alle in den Bereich der Mythen. Hat sich ein Marder wirklich auf dem Dachboden eingenistet, ist es immer ratsam einen Fachmann aufzusuchen. Auch bei den zahlreichen Gadgets sollte im Hinterkopf behalten werden: Würden sie wirklich halten, was sie versprechen, würden Fachmänner weltweit sie auch im Einsatz haben.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Von einem Fachmann entwickelt und sinnvoll im Einsatz - die Marderklappe:
Veröffentlicht am 31.03.2025